Nieheimer Käse























Nieheimer Käse






























Das Museums-Gebäude


Das Backsteingebäude in der Wasserstraße 6, in dem sich heute das "Museum im Kornhaus" mit dem "Sackmuseum" befindet, wurde im Jahr 1908 vom jüdischen Händler Salli Ikenberg erbaut, der hierin einen Landhandel betrieb. Zu dieser Zeit wohnten ca. 100 jüdische Bürger in Nieheim. Die Juden waren fast ausschließlich als Händler tätig. Bekanntlich wurde in den 30er Jahren jüdisches Vermögen liquidiert, so auch der Ikenber`sche Landhandel.


In dieser Zeit kaufte die Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft dieses Gebäude. Die Landwirte lieferten ihre Getreideerträge an (siehe Foto aus den 50er Jahren). Daneben wurde u.a. Saatgut, Kunstdünger, Kartoffeln und Kohlen sowie allerlei sonstige Gebrauchsgüter der Landwirtschaft gehandelt. Noch heute erinnern ein eingebauter Becherelevator mit Verteilervorrichtung, eine Sackabfüllvorrichtung, eine motorgetriebene Beiztrommel und ein Kettenaufzug an der Vorderseite des Gebäudes an die Aktivitäten der "Bäuerlichen", wie der Genossenschaftsbetrieb in der Bevölkerung kurz genannt wurde.


Im Zuge der fortschreitenden Technik und aufgrund höheren Lagerbedarfs entsprach das Gebäude Ende der 80er Jahre nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde noch einige Jahre als reines Lagerhaus betrieben und zu Beginn der 90er Jahre völlig geräumt.


So war der Eigentümer wie auch die Stadt Nieheim froh, als der Heimatverein Interesse an diesem Gebäude zeigte, um hier das "Museum im Kornhaus" einzurichten. Im Dezember 1998 unterzeichnete der Vorstand den Kaufvertrag und umfangreiche Entrümpelungs-, Aufräum- und Renovierungsarbeiten begannen. Mehr als 7.000 Stunden Eigenleistung investierten Mitglieder und Freunde des Heimatvereins, Stadt Nieheim und EU gewährten einmalig finanzielle Hilfe. Über eine Spendenaktion wurden weitere Gelder eingebracht, so dass das Gebäude zum Käsemarkt 2000 zumindest in der unteren Ebene seine Tore öffnen konnte.



Kleiner Museums-Rundgang


Das Gebäude wurde von der Stadt als erhaltenswert eingestuft. Auf vier Ebenen bietet es mit fast 700 qm gute Voraussetzungen für die vielfältigsten Anliegen eines anspruchsvollen Museums; gerade auch im Hinblick auf die weiteren Bestrebungen im Fremdenverkehr. Ein idealer Standort im Schatten der kath. Pfarrkirche und des Rathauses.


Schon bald hat man erkannt, dass ein Heimatmuseum allein (es gibt in Deutschland über 4000) heutzutage keinen Anziehungspunkt darstellt. So kam schon vor Jahren die Idee auf, ein Sackmuseum anzugliedern. Das neue Museumskonzept vereinigt "150 Jahre Leben und Arbeiten in einer Ackerbürgerstadt" mit der Welt der alten und neuen Säcke".



Erdgeschoß


Die Fläche im Erdgeschoß dient der Begegnung.


"Komm erst mal in die Küche!" mit diesen Worten begrüßte man früher den Besuch. Denn in der Küche war es immer warm und gemütlich, während die gute Stube nur zu bestimmten Festtagen beheizt wurde. So erfährt es auch heute der Museumsbesucher, wenn er den Eingangsbereich betritt.

In der behaglichen Museumsküche trifft man sich zum Klönsnack in geselliger Runde. Sie ist Schauplatz des Käseseminars. Tagungsort für Vorstandssitzungen, gemütliche Kaffeenachmittage und bietet Platz für kleine Familien- oder Vereinsfeiern.


Die große Museumsdeele bietet Platz für größere Besuchergruppen. Für mehr als 60 Personen wird Platz an Tischen und Stühlen geboten. Hier erfahren die Besuchergruppen eine Einführung in die Museumsthematik. Dieses geschieht bei Voranmeldung auch mittels einer Power-Point-Präsentatiion, die betitelt ist: "So haben Sie das Thema Sack noch nie erlebt!"

Auf Wunsch wird dabei Kaffee und Kuchen gereicht.


Die Nieheimer Flechthecke als Leihgabe des Heimatvereins nun im Westfalen-Culinarium


Ein Kulturlandschaftsrelikt von europäischem Rang stellt die Nieheimer Flechthecke dar. Der gesamte Landschaftsraum um Nieheim wird durch diese Flechthecke geprägt (ein Modell wird als Leihgabe des Heimatvereins im Westfalen-Culinarium im dortigen Deutschen Käsemuseum gezeigt). Flechthecken bestehen aus lebenden Haselbüschen, deren Zweige herunter gebogen und in drei Lagen mit frischen Weiderüten fest verknotet werden. Sie umgeben als lebende Zäune die Viehweiden. Die Flechthecken stellen wichtige Lebensräume für Flora und Fauna dar, da sich hierin viele seltene Vogelarten einnisten.
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Sonderaustellung Nieheimer Käse als Leihgabe des Heimatvereins im jetzt im Westfalen-Culinarium zu sehen -

ein traditionsreiches Produkt


Der Nieheimer Käse war eigentlich nie vergessen. Jedoch, nachdem der schmackhafte Magerkäse länger als 150 Jahre als gutes und bekömmliches Nahrungsmittel galt, schien er bis vor einigen Jahren geradezu aus der Mode gekommen zu sein. Rund um die Herstellung und Verarbeitung des Nieheimer Käse werden ebenfalls als Leihgabe in einer Sonderausstellung imDeutschen Käsemuseum Originalgeräte, Verordnungen und Accessoires zusammengetragen. Vermutlich schon Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Nieheimer Käse zumeist von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben aus Magermilch hergestellt. Zur damaligen Zeit war es wohl die beste und einfachste Möglichkeit, Eiweiß über einen längeren Zeitraum haltbar zu machen.

Nicht zu letzt durch den Tourismus initiiert, erlebt der Nieheimer Käse inzwischen eine Renaissance und ist bei Einheimischen wie Gästen gleichermaßen beliebt. Damit der Nieheimer auch original erlebt werden kann, bietet der Verkehrs- und Kneippverein Nieheim auch Käseseminare in der historischen Museumsküche an.


(Interessenten wenden sich an das Tourismusbüro, Tel .: 05274-8304 oder email: tourismus@nieheim.de )



Obergeschoß


Heimatmuseum


Bereits im Jahre 1983 haben die Ortsheimatpfleger der Stadt Nieheim die Notwendigkeit erkannt, alte Gebrauchsgegenstände zu sammeln und diese der Nachwelt möglichst originalgetreu zu überlassen. In der alten Volkschule an der Marktstraße wurden Räumlichkeiten im Ober- und Dachgeschoß als Heimatmuseum eingerichtet. Mit tatkräftiger Unterstützung der Nieheimer Bevölkerung wuchs das Heimatmuseum. Schon bald mussten größere Gegenstände in einer Scheune zwischengelagert werden, weil die Kapazitäten im alten Schulgebäude bei weitem nicht ausreichten.



Auf dieser Ebene gehen nun Heimat- und Sackmuseum eine vortreffliche Symbiose ein. Hier wird deutlich: jeder Lebenssituation kann ein Sack, ein Beutel oder eine Tüte zugeordnet werden. Der Sack begleitet den Menschen ein Leben lang, also von der Wiege (Strampelsack) bis zur Bahre (Leichensack). Der Besucher findet Säcke, Beutel und Tüten jeweils themenbezogen zugeordnet, mit Hinweisen zur Geschichte versehen, in mehreren Abteilungen ausgestellt. Unter anderem den Strohsack in einem rustikalen Bett, den Kohlensack neben einem gusseisernen Kohleofen, den Klammerbeutel und Wäschesack neben einem Wäschestampfer u.v.m. Lassen Sie sich überraschen, in welchen Lebenssituationen oder zu welchen Gelegenheiten Säcke noch zu gebrauchen sind.





Dachgeschoß


Säcke - Säcke - Säcke

Das Sackmuseum - eine Attraktion im Kornhaus!


Er ist alt der Sack. Sehr alt! Hätten Sie gewusst, dass er schon im Alten Testament Erwähnung fand? Neben dem irdene Krug ist der Sack wohl das älteste Transportmittel der Menschheitsgeschichte. Nur, wir achten kaum noch darauf. Hilfsgüter werden in Säcken befördert. Sandsäcke werden zum Schutz vor Hochwasser eingesetzt. Die meisten Schüttgüter werden in Säcken transportiert. Industriebetriebe sacken ihre Produkte ein. Und was wären die Haushalte ohne Müllsäcke und -beutel.


"Der Sack" - er darf nicht platzen, muss stapelbar sein. Manchmal atmungsaktiv, manchmal absolut dicht. Immer so, dass er seine Verpackungs- und Schutzfunktion erfüllt. Die Fertigungsmaterialien sind so vielfältig wie seine Einsatzmöglichkeiten: Je nach Verwendbarkeit ist er aus Kunststoffgewebe, Folien, Papier, Leinen, Kokos, Baumwolle, Jutegewebe oder aus Kombinationen daraus. Vor allem Jute, ein nachwachsender Rohstoff, findet sich als Garn oder Gewebe in den verschiedensten Produkten, auch wenn man es diesen nicht gleich ansieht. Vielleicht lohnt es sich , einmal darauf zu achten, wo wir dem Sack wie auch der Jute überall begegnen, und vielleicht sehen wir die Erfolgsgeschichte der ältesten technischen Textilien dann überhaupt mit ganz anderen Augen." (Quelle: Bundesverband Konfektion Technischer Textilien.)


Warum gerade ein Sackmuseum?


Säcke waren früher ein Wertgegenstand, man warf sie nicht fort, wie heute, sondern sie wurden gestopft und geflickt, bis das Meterial letztendlich insgesamt ermüdete. Wer würde heute noch auf die Idee kommen, Jute-, Leinen-, Papier-, Plastik-, Netzsäcke und und und zu horten, um sie irgendwann einmal wieder zu benutzen. Ab in den Müll damit. Im "Museum im alten Kornhaus" in Nieheim denkt man da ganz anders. Schon vor etlichen Jahren begann man damit Säcke zu sammeln. Angefangen hat es mit einem Leihsack der örtlichen Genossenschaft aus dem Jahr 1952! Der Aufdruck verleiht dem Sack ein Gesicht, ja, er schreibt auch Geschichte. Aus dieser Erkenntnis heraus hat man sich, nachdem das Museum aus dem Gebäude der alten Volksschule in das ehemalige Kornhaus in der Wasserstraße umgezogen war, auf das Thema "Sack" spezialisiert.






Träger des Museums

ist der Heimatverein Nieheim e.V. Er bestreitet die Unterhaltung des Gebäudes und den Museumsbetrieb ohne laufende öffentliche Förderung und finanziert sich neben Eintrittgeldern, Führungen, Bewirtung, Vermietung von Teilflächen nicht zuletzt über ehrenamtlich tätige Mitglieder.


Von Besuchern wird das Sackmuseum als EINMALIG - EINZIGARTIG - KURIOS - URIG eingestuft.

Lassen auch Sie sich überraschen!


Natürlich bei einem Besuch in Deutschlands wohl einzigem SACKMUSEUM!


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